Blue Flower

 


 

März / April 2021

 

 

Gott erweist seine Liebe zu uns darin, dass Christus für uns gestorben ist, als wir noch Sünder waren.                                                                      Römer 5,8

 

 

 

Die Passionszeit ist eine Zeit zum Nachdenken über Sünde und Vergebung. Aber wer sieht sich noch als Sünder? Wer predigt noch über das Thema Sünde? Wer fragt nach Vergebung? Wir sind doch alle anständig, wir sind doch alle Christen, wir tun keinem etwas Böses, wir geben uns Mühe und sind in Ordnung.

 

Ob Gott das auch so sieht? Wir brauchen eine gute Kenntnis der Bibel und dann entdecken wir die Heiligkeit Gottes, das radikale Nein Gottes zur Sünde. Auch kleine Sünden trennen uns von Gott und ziehen uns in die ewige Verlorenheit.

 

Wir entdecken im Wort Gottes auch die große Liebe Gottes, das tiefe Erbarmen über uns Sünder. Gott wendet sich nicht enttäuscht ab, er wendet sich uns zu und gibt nicht auf. Ehe wir lebten hat er sich eingesetzt mit einer großen Rettungsaktion. Er hat sich das viel kosten lassen und schonte seinen Sohn nicht, er strafte ihn statt uns.

 

Einmalig ist unser Herr, unvergleichlich diese Liebe. Ganz anders als wir Menschen. Wenn andere im Elend sind, können wir vorbei gehen. Wenn andere um Hilfe bitten, können wir taub sein. Wir sind oft so kalt und weit weg von dieser Liebe Gottes.

 

Großartig ist unser Herr, wie er unser Schuldproblem löst. Er kommt uns entgegen, er lädt dich ein zur Versöhnung, er hat Gnade genug für alle unsere Altlasten.

 

Wer schon lange mit Christus lebt, der kann sich an die Geschenke Gottes gewöhnen. Es ist nichts mehr Besonderes, wir verlieren die Wertschätzung. Deshalb wollen wir uns in dieser Passionszeit wieder neu hinein vertiefen in das Wunder der Erlösung.

 

Lasst uns neu ehrlich sein vor Gott, dass wir die Sünde nicht verharmlosen, nicht leugnen, keine Ausreden bringen, sondern mit allem zum Kreuz Jesu kommen.

 

Lasst uns neu staunen vor Gott, wie er alles plante. Ein grausames Gericht traf Jesus, das hätte ich verdient und ich wurde verschont.

 

Lasst uns deshalb Jesus noch viel mehr lieben und ehren. ER ist es wert!

Eine gesegnete Passionszeit wünscht Euch

 

Friedhelm Ries

 

 


 

Januar / Februar 2021

 

„Seid barmherzig, wie auch euer Vater im Himmel barmherzig ist.“  Lukas 6,36

Gottes Vaterhände

Der berühmte Maler Rembrandt (1606-1669) war dem Tode nahe, als er das Bild „Die Rückkehr des verlorenen Sohnes“ malte.

Man könnte es auch nennen: „Der Empfang durch einen barmherzigen Vater“. Er malte einen alten Mann, der seinen abgemagerten und zerlumpten Sohn in die Arme nimmt. Der Sohn kniet vor ihm und er breitet seinen roten Umhang wie ein Zelt über ihn.

Die Mitte des Bildes sind die Hände des Vaters. Auf sie ist alles Licht gebündelt. Sie berühren die Schultern des Sohnes. Beide Hände sind sehr verschieden. Die linke Hand ist kräftig und muskulös. Sie scheint einen festen Druck auszuüben. Wie anders die rechte Hand des Vaters! Diese Hand hält nicht und greift nicht. Sie ist feingliedrig, sanft und sehr zärtlich. Sie liegt weich auf der Schulter des Sohnes. Sie will streicheln, liebkosen und trösten. Es ist die Hand einer Mutter.

Die Hände zeigen den Vater nicht als einen großen Patriarch, sondern ebenso als Mutter wie als Vater.

Gott berührt den Menschen mit einer männlichen und einer weiblichen Hand. Er hält und sie streichelt. Er bekräftigt und sie tröstet.

Es ist wirklich Gott, in dem beides, Mannsein und Frausein, Vaterschaft und Mutterschaft, voll und ganz gegenwärtig ist.

„Als der Sohn noch weit entfernt war, sah ihn sein Vater und es jammerte ihn; er lief und fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“  Lukas 15,20

„Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet!“  Jesaja 66,13

Dirk Kunz

 


 

November / Dezember 2019

 

             Eine Samstagmorgen-Begegnung             

 

Samstagvormittag. Fußgängerzone. Unser Büchertisch mit kostenloser christlicher Literatur war gut postiert.
Er fiel auf an diesem Samstagmorgen in der Fußgängerzone. Dunkler Anzug, weißes Hemd, Krawatte, Hut und ein Gehstock mit silbernem Knauf.
Wortlos blieb der ältere Mann an unserem Büchertisch stehen und taxierte die ausgelegte Literatur. Auf meinen Hinweis, dass alle Bücher kostenlos seien, gab er keine Antwort. Minuten vergingen. Dann seine abwertende Reaktion: „Die Bücher sind alle Unsinn!“
Ich war natürlich anderer Meinung; lagen doch Titel von Wilhelm Busch bis Prof. Werner Gitt zu den unterschiedlichsten Themen aus.
Der ältere Herr blieb bei seiner Meinung. Seine Frage kam für mich überraschend: „Wo haben Sie studiert, junger Mann?“ Auf meinen Hinweis, dass ich kein Studium nachweisen könne, kam wie aus der Pistole geschossen seine nächste Frage: „Waren Sie wenigstens auf einer Bibelschule?“ Mit meinem erneuten Nein schmolz mein anfängliches Selbstbewusstsein. „Dann kennen Sie doch wenigstens den und den wegführenden Theologen und seine Lehre?“ Du ahnst es sicher! Auch hier musste ich passen und mir wurde langsam flau in der Magengegend. „Was bilden Sie sich eigentlich ein, mit solchen „Käsebüchern“, gepaart mit totaler Inkompetenz, Menschen hier in der Fußgängerzone zu belästigen?“
Das war dann doch der Schritt zu weit. Ich versuchte mich unter Kontrolle zu halten und wies diesen an einem Samstagmorgen in der Fußgängerzone viel zu vornehm gekleideten Herrn darauf hin, dass ich ihn gar nicht genötigt hatte, an unserem Büchertisch stehenzubleiben. „Wer sind Sie überhaupt?“, hörte ich mich fragen. „Ich war Professor für Theologie in Marburg“, kam die prompte und bestimmende Antwort.
Schlechter Samstag. Oder doch nicht? Mein Stoßgebet kannten nur ich und mein himmlischer Vater. Und es wurde erhört. Zum Glück – gleich erhört! „Herr Professor, als Theologe kennen Sie doch bestimmt das kürzeste Zeugnis im NT?“ Seine Stille verriet Unkenntnis und so trieb ich es keck auf die Spitze. „Ach, Sie sind wie Nikodemus ein Lehrer Israels und wissen das nicht?“ Langsam gefiel mir das Gespräch. „Na, Sie werden mich bestimmt gleich aufklären“, sagte mein Gegenüber. In der Tat, das konnte ich! „Sehen Sie, im Johannesevangelium wird ein blinder Mann von Jesus geheilt. Und als er von der religiösen Oberschicht befragt wurde, sagte dieser einfache Mann: ‚Früher war ich blind und jetzt sehe ich!’ Sehen Sie, Herr Professor, das ist das kürzeste Zeugnis im NT. Und genau deshalb stehe ich hier, denn auch ich war früher blind und heute sehe ich.“ Wortlos verließ mein Gesprächspartner den Büchertisch und verschwand in der Menge der Fußgängerzone.

 

R. Gerhardt

 



September / Oktober 2020

Erwischt!

„Herr Pastor, letzten Montag habe ich Sie erwischt!“, sagte er mir mit verschmitztem Lächeln, um mir deutlich zu machen, dass er es schon lange wusste: Der Mann von der Stadtmission ist auch keinen Deut besser … „Was denn?“, fragte ich erstaunt. „Ja, Sie sind mit dem Auto um Viertel nach sechs von der X-Straße in die Y-Straße abgebogen und haben nicht geblinkt. Ich war direkt hinter Ihnen. Na, bitte!“ „Okay, was will der, was wird das denn jetzt“, war mein erster Gedanke. Ich sagte ihm dann einfach: „Das nächste Mal werde ich blinken – extra für Sie.“ Aber was steckt dahinter? Ich wurde stutzig. Irgendwie scheint er zu denken, dass die, die sich Christen nennen, alles richtig machen müssen. Vielleicht ist er der Meinung, dass Christsein darin besteht, keine Fehltritte zu machen und immer schön fromm, lieb und brav zu sein. Und wenn ich dann einen dabei erwische, wo das nicht so ist: „Siehste, ich habe es doch gleich gewusst, die sind doch auch nicht besser. Tun so fromm nach außen und hinten herum läuft da eine Menge schief.“ Folgendes an der Sache ist interessant: Er hat ja Recht damit, wenn er sagt, Christen sind kein bisschen besser als jeder andere auch. Das stimmt total. Ein Glaube, der zum Inhalt hat, aus sich selbst gut zu werden und alles richtig zu machen ist von vornherein zum Scheitern verurteilt. Keiner schafft es, auch wenn er sich religiös noch so anstrengt und jeden Sonntag in die Kirche rennt. Was er aber anscheinend nicht weiß, ist, dass es gar nicht Ziel und Inhalt des Christseins ist, durch eigene Werke und Anstrengung gut zu werden. Das Evangelium, die Frohe Botschaft, bedeutet doch, dass der Mensch befreit wird von seiner Schuld durch das, was Jesus Christus für uns tat. Er trug die Schuld für uns. Ich muss mich nicht selbst bemühen, alles richtig machen zu müssen. Ich kann, ja ich muss zu meinen Fehlern stehen, weiß aber wohin damit: zu Christus! Ich empfinde Christ zu sein von daher sehr befreiend.

Womit wir bei Martin Luther und der Reformation wären. Auch ihm ging es so. Als er für sich entdeckte, dass Gott ein gnädiger Vater und keinesfalls ein bösartiger Erbsenzähler ist, da war das für ihn – wie er selbst schreibt – als träte er „direkt ins Paradies“ ein. Fortan wollte er nichts mehr, als diese befreiende Botschaft möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen. Kein Wunder, dass er einen deutschen Gottesdienst entwickelte, mit seinem Katechismus eine Art ersten Glaubensgrundkurs schrieb und alle Leute ermutigte, den wunderbaren Gott des Himmels und der Erde kennenzulernen. Am besten, indem sie in seinem jetzt zugänglichen Wort lasen. Oder wie Luther es einmal sagte: „Wenn wir glauben könnten, dass in der Heiligen Schrift Gott selbst zu uns spricht, dann würden wir eifriger darin lesen und wären sicher, dass hier unser Lebensglück geschmiedet wird“.    Dirk Kunz

 


 

JULI / AUGUST 2020

Ich danke dir dafür, dass ich wunderbar gemacht bin; wunderbar sind deine Werke, das erkennt meine Seele.                                                  Psalm 139,14                   

Menschen aller Zeiten sind von Grundfragen des Lebens bewegt. Wer bin ich, wozu bin ich da? Auch David denkt darüber nach. Die Antwort kommt nicht aus Vermutungen, sondern sind Eingebung und Geschenk Gottes. Vielleicht beschäftigt dich auch diese Frage. Die Antwort ist wichtig für unser Leben und unser Selbstbewusstsein. Entscheidende Antworten werden uns von Gottes Geist offenbart.

David lebt in der Gewissheit: Ich bin ein Geschöpf Gottes, ein Meisterstück aus der Werkstatt des Schöpfers. Er hat sich das ausgedacht, gut überlegt, mir Gaben geschenkt und mein Leben vorgeplant. Mit diesem Vorzug darf ich leben. Das will ich dankbar anerkennen.

So weiß ich auch, woher ich komme. Ich bin kein hochentwickelter Affe, kein Produkt des Zufalls, sondern geliebtes Geschöpf und Wunsch Gottes. Wenn ich die Details meines Körpers erforsche, kann ich nur staunen. Da steckt eine geballte Ladung Weisheit Gottes drin. Billionen Zellen werden mit Nahrung und Sauerstoff versorgt, die Abfallstoffe werden abtransportiert, ohne dass ich mich anstrenge. Die Nerven steuern meine Bewegungen, haben den Körper unter Kontrolle. Die Sinnesorgane sind Wunderwerke, sie erfassen die Eindrücke unserer Umgebung. Da bleibt uns nur das Staunen über die Weisheit Gottes und das Danken für seine Wunder.

Daraus erkennen wir auch, wozu wir geschaffen sind. Wir leben, um unseren Schöpfer zu erkennen und in der Gemeinschaft mit ihm zu sein. Dass wir ihn loben und anbeten, dass wir uns freuen an seinen Gaben und Werken, das gibt dem Leben Sinn und Inhalt, auch Grund zur Selbstannahme.

Es gibt auch Menschen, die nicht diesen wunderbaren Körper haben. Sie müssen damit leben, dass nicht alle Organe funktionieren. Sie brauchen die ergänzende Hilfe durch andere Menschen, Verständnis und Ermutigung. Auch sie sind geliebt von Gott und wer ihm vertraut, der wird ewig beschenkt mit einem neuen, vollkommenen Körper.

Das ist der hoffnungsvolle Ausblick auf die Neue Welt Gottes, die er für uns vorbereitet hat.

Einen Sommer des Staunens und Dankens wünscht euch

                                                                                           Friedhelm Ries

                         


 

Mai / Juni 2020

 

Euer Herz erschrecke nicht!
Glaubt an Gott und glaubt an mich.
                                           Johannes 14,1

Diese Worte leiten die letzte Rede an die Jünger ein, bevor Jesus seinen schweren Gang nach Golgatha antritt, bevor er zu Unrecht verurteilt und vor ihren Augen zu Tode gemartert wird.

Versetzen wir uns einen Moment in die Lage der Jünger – mit Jesus sterben am Kreuz alle ihre Hoffnungen. ALLES hatten sie für IHN aufgegeben: ihre Arbeit, ihren Besitz, ihre Familien, ihr Zuhause… Die Jünger standen vor der größten Krisensituation ihres Lebens und genau in diesem Moment ruft Jesus ihnen zu: „Euer Herz erschrecke NICHT!“

Eine unmögliche Forderung, oder?

Aber sobald wir unseren Gefühlen erlauben mit uns „davon zu galoppieren“ wie ein wild gewordener Hengst, bekommen wir sie so gut wie nicht mehr unter Kontrolle. Umso wichtiger ist es, direkt den Anfängen einer aufkommenden Panik zu wehren.

Oft denken wir, wir wären machtlos, wir hätten keinerlei Kontrolle über unsere überkochenden Gefühle, erst recht nicht, wenn uns der Boden unter den Füßen weggezogen wird wie damals den Jüngern. Aber hätte es Jesus von seinen Jüngern gefordert, wenn es ihnen tatsächlich NICHT möglich gewesen wäre? Uns Menschen ist es vielleicht unmöglich, aber:

„Alle Dinge sind möglich dem, der da glaubt.“ (Markus 9,23)

Diese Bibelstelle hat mich gesegnet und mir gezeigt: Egal was kommt, ganz gleich wie verheerend und verwirrend die Umstände im Moment auch sein mögen, wie scheinbar hoffnungslos die aktuelle Situation – im Glauben an meinen JESUS kann ich ihr entgegentreten und standhalten.

Mit JESUS stehe ich IMMER auf der Seite des SIEGERS.

Deshalb:

Don’t panic – BELIEVE!  (Keine Panik – glaube!)

Eure  Marion Kraft

 

 

 

Wir laden herzlich ein zu unseren Gottesdiensten:

1. und 2. Sonntag im Monat um 14.00 Uhr
3. und 4, Sonntag im Monat um 10.30 Uhr
5. Sonntag im Monat um 14.00 Uhr


Predigten von Dirk Kunz finden sie auf You Tube unter Stadtmission Kirn!
  
Angaben zu den einzelnen Veranstaltungen finden Sie unter "Aktuelles"

Da es in einem gewissen Rahmen möglich ist sich zu treffen bieten wir einzelne Veranstaltungen an.
Bestimmte Regeln sind aber weiterhin zu beachten um der Coronapandemie weiterhin entgegenzuwirken. Dazu gehören Mundschutz zu tragen, Hände zu desinfizieren und Abstand zu halten.
Wenn du Anschluss suchst oder Gebet und Unterstützung möchtest, melde dich sehr gerne bei
Friedhelm Ries
Tel.: 06766/9899844
Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

loader